




„Dem Consortium zur Errichtung einer elektrischen Centrale in Ismaning ist bekannt zu geben, daß ihm auf Grund telegrafischer Mitteilung des Oberpostamtes München die Genehmigung zur Inbetriebsetzung ihrer Anlage erteilt wird.“ (Königliches Bezirksamt München I vom 7. Februar 1899 an den Bürgermeister Ismaning)
Im Verlauf des Jahres 1898 gründen 33 Ismaninger Bürger das "Consortium zur Errichtung einer elektrischen Centrale" in Ismaning. Das königliche Bezirksamt München I erteilt dem Konsortium am 6. November 1898 die wassergewerbliche und baupolizeiliche Genehmigung für die Erbauung und den Betrieb eines Turbinenwerkes am Seebach in Ismaning. Auch der Gemeinderat stimmt im Dezember 1898 der Errichtung eines Elektrizitätswerkes in Ismaning einstimmig zu und genehmigt „die gemeindlichen Strassen und Plätze zur Aufstellung von Masten behufs Anlage von Licht- und Starkstomleitungen" dem Konsortium zu überlassen. Weiterhin verfügen die Gemeinderäte die Einführung der elektrischen Ortsbeleuchtung durch die Installation von zunächst 22 öffentlichen Straßenlampen im Ort.
Die Ausführung der elektrischen Anlage am Seebach übernimmt die „Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft m.b.H. München“. Für die Erzeugung von Licht- und Kraftstrom erhält die Werkanlage eine Turbine mit 60 PS, als Kraftquelle zur Herstellung von Gleichstrom dienen Wasser und Dampf.
Im April 1899 schließen das vermutlich aus dem "Consortium zur Errichtung einer elektrischen Centrale" hervorgegangene Unternehmen "Elektrizitätswerk Ismaning GmbH" und die Gemeinde Ismaning einen Konzessionsvertrag auf die Zeitdauer von zunächst fünf Jahren, doch schon 1904 beschließt der Gemeinderat einstimmig, dem Elektrizitätswerk Ismaning GmbH die Konzession zur Stromlieferung für die Dauer von 30 Jahren zu bewilligen.
Um auch den nördlich von Ismaning gelegenen Ortsteil Fischerhäuser mit Elektrizität zu versorgen, unterschreibt die Gemeinde Ismaning im Dezember 1924 einen Vertrag mit der „Amperwerke Elektrizitätsgesellschaft München“. Während der Jahre 1924 bis 1929 bemüht sich die Gemeinde um den Erwerb des „Elektrizitätswerkes Ismaning GmbH“. Aufgrund der angespannten Geschäftslage der Banken, der Inflation und der einsetzenden Weltwirtschaftskrise gelingt es jedoch nicht, einen Darlehensgeber zu finden, weshalb die Gemeinde bis auf weiteres vom Kauf des Werkes absehen muss.
1938 gewinnt die Gemeinde den Überlandversorger „Amperwerke Elektrizitätsgesellschaft München“ für die Stromversorgung des Ortes mit der Auflage, die Werkanlage des örtlichen Elektrizitätswerkes der Ismaning GmbH zu erwerben.
Verhandlungen zwischen der Gemeinde Ismaning, der Interessengemeinschaft Ismaninger Moos und den Isar-Amperwerken münden ab 1954 in die Elektrifizierung der Einödhöfe im Moos.
75 Jahre nach den ersten Bemühungen der Gemeinde, die Stromversorgung selbst in die Hand zu nehmen, ist es dann soweit: Im Februar 2000 wird die Stromversorgung Ismaning GmbH (SVI) gegründet, die am 1. Mai 2000 die Stromversorgung des Ortes übernimmt.
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